
Das Hilfswerk “Creando Futuro” wurde im Januar 2006 auf der Paradisinsel LaIsla de Muisne, die auch oft als “die verzauberte Insel” bezeichnet wird, gegründet.
Auf La Isla de Muisne, die von einem schmalen Fluss vom Festland des nord-westlichen Ecuadors getrennt wird, befinden sich großflächig von Palmen umzäunte und von Menschen unberührte Strände.
Durch die recht isolierte Lage ist La Isla de Muisne fast komplett frei von Gedränge durch Touristen, die zu den mehr begehrten Strände in den Esmeraldas strömen.
Es ist fantastisch dort zu sein: die entspannte Atmosphäre zu geniessen, die ungeheure Weite des Atlantischen Ozeans auf sich einwirken zu lassen, mit dem Motorboot die Nachbarinseln zu besuchen, die lokalen Fisch- und Meeresfrucht-delikatessen wie “Enconcados” (Fischgerichte, die in einer Kokosnuss Soße gekocht werden) zu genießen.
Die Muschel “La Concha” wird direkt vom Grund der Mangrove geerntet und ist eine der Nahrungsquellen der Einheimischen.
Da La Isla de Muisne, wie die meisten der Gebiete am Ecuador, nicht von ӧffentlichen Ämtern unterstützt wird und außerdem sehr arm ist, bietet sie den einheimischen Bewohnern nur wenige Möglichkeiten.
Deshalb hat eine Gruppe Sozialarbeiter die Creando Futuro Organisation gegründet, die es anstrebt, den Einheimischen einige ökonomische Lӧsungen Nahe zu bringen und die Lebensqualität derer zu verbessern, die am Schwächsten sind: Mütter, Kinder und behinderte Menschen.
Zu Anfang rief Creando Futuro ein Trainingscamp ins Leben bei dem 60 Teilnehmer verschiedene Handwerke erforschen konnten.
Nach ein paar Tagen konnten die Teilnehmer geschult werden und durften sich ein Handwerk aussuchen in dem sie weitermachten und professionell wurden. Zum Ende des Handwerkstrainings entstand dank der Hilfe des Hilfswerks ein Micro- Unternehmen.
Inmitten dieser Projekte haben drei Unternehmen bereits Wurzeln geschlagen: Zwei Schmuck- und Handwerkskurse und eine Webhütte (Bettbezüge).
Die freiwilligen Helfer von Creando Futuro helfen dem Projekt indem sie sowohl finanzielle Unterstützung finden, als auch Bestellungen und den Verkauf der Produkte organisieren.
Durch die fehlenden finanziellen Mittel wird die Weiterentwicklung der Micro- Unternehmen verlangsamt, da das Hilfswerk momentan keine finanziellen Mittel zum Investieren oder zum Verleihen hat.
Selbst wenn es an Mitteln mangelt versucht Creando Futuro doch Lösungen zu schaffen sowie verschiedene Mӧglichkeiten und zukünftige Erfolgsaussichten zu finden, womit sie bieten den einheimischen Bewohnern Hoffnung und Motivation geben.
Der Verein fördert und unterstützt die Entwicklung von Kleinstunternehmen, die von Hausfrauen, jungen Behinderten und Bauern getragen werden, die in ländlichen Gebieten leben.
Muisne ist eine etwas heruntergekommene Arbeiterstadt an der nordwestlichen Küste Ecuadors, umgrenzt vom Fluss und vom Meer, am Ende der von Esmeralda ausgehenden Straße.
Die Stadt wird von einer Flussmündung geteilt, die sich in die letzten geschützten Mangroven erstreckt, die von der Abholzung und den Bauten der camaroneras (industrielle Krabbenfischer) noch verschont geblieben sind.
Entlang der Meerseite erstreckt sich ein langer, von großen Palmen gesäumter, menschenleerer Strand. Die Region bietet noch einige andere Touristenattraktionen, die sich vor allem während der Hochsaison - von Oktober bis Februar – hoher Beliebtheit erfreuen.
Der Bezirk Muisne zeichnet sich aber vor allem durch seine extreme Armut aus. Die meisten Städte und Dörfer werden vom Staat vernachlässigt, oftmals haben sie keinen Zugang zu Trinkwasser, Strom, Abwasser- und Abfallentsorgung etc.
Auf dem Land sind die Lebensbedingungen besonders schwierig: Die Familien haben im Durchschnitt 5 Kinder, was die Armut noch verstärkt und den Kindern keine andere Wahl lässt, als zu arbeiten. Das Erziehungsniveau ist allgemein sehr niedrig.
Des weiteren bewirkt der Mangel an festen Arbeitsplätzen starke interne und externe Migrationsbewegungen, wodurch die Familien auseinander gerissen werden.
Überdies ist die Rate von Behinderungen im Bezirk Muisne wie auch in anderen ländlichen Regionen Ecuadors besonders hoch, während es keine Hilfsleistungen oder auf die Bedürfnisse behinderter Kinder zugeschnittenen Bildungseinrichtungen gibt.
Weil sie sich der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Krise bewusst wurden, die in den von staatlichen Programmen vernachlässigten Dörfern Ecuadors herrscht, gründete eine Gruppe von Sozialarbeitern, anfangs mit der Unterstützung von zwei Freiwilligen Helfern vom Cuerpo de Paz (südamerikanischer Zweig des Friedenscorps), im Januar 2006 die Organisation Creando Futuro. Zielsetzung dabei war das Angebot wirtschaftlicher Alternativen für die Bewohner des Bezirks Muisne.
Zunächst wurde mit Hilfe vom Cuerpo de Paz und der Stiftung FUNDECOL (eine lokale Umweltstiftung, die sich vor allem für den Schutz des Meeres und des Küstenstreifens einsetzt) ein Ausbildungscamp für Umweltschutz organisiert.
Dadurch lernten etwa 60 Teilnehmer neue Arbeitsbereiche kennen und erhielten einen dreitägigen Einführungskurs in einem Bereich ihrer Wahl.
Am Ende dieses Ausbildungscamps wurde kleine Gruppen gebildet, jede mit dem Projekt eines Kleinstunternehmens.
Creando Futuro ist nun dabei, diese Gruppen bei der Unternehmensgründung zu unterstützen. Drei Projekte konnten bereits umgesetzt werden: eine Werkstatt für Handwerkskunst, eine kleine Lakenfabrik und eine Hühnerfarm.
Barrio América Calle 5 de agosto y Eloy Alfaro
MuisneMariclédis: +593 / 0(9) 97 52 27 91
Der Verein wird von einer Gruppe Ehrenamtlicher - hauptsächlich Frauen - geleitet, die aus der Region Muisne stammen. Viele arbeiten oder waren in der Vergangenheit für das INFA (Institut für Kindheit und Familie) als « promodores comunitarios » (Gemeinschaftsförderer) tätig.
Daher sind sie mit der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen der Einwohner vertraut, vor allem was den hohen Anteil an Behinderten angeht und haben bereits Erfahrung im Bereich der sozialen Arbeit.
Verbesserung der Lebensverhältnisse der Familien aus Muisne in den verschiedenen Bereichen: auf erzieherischer, kultureller und sportlicher Ebene, aber auch mit der Förderung von Ökotourismus und lokaler Handwerkskunst.
-SZ1: Technische Hilfe und Unterstützung für die Gründung und Umsetzung von Produktionstätigkeiten und Kleinstunternehmen, die von Hausfrauen, jungen Behinderten und Bauern ländlicher Regionen getragen werden.
-SZ2: Förderung neuer Wirtschaftsbereiche im und in der Provinz.
Aktivitäten im Rahmen von SZ1:
-Werkstatt für handgefertigten Schmuck: „Hände, die eine Zukunft gestalten“ („Manos que construyen un futuro“)
Dieses Projekt, das aus dem Ausbildungscamp von Creando Futuro hervorging, hat den ersten Preis des Handwerkwettbewerbs der Weltbank in Quito im April 2007 erhalten. Mit Hilfe des Preisgeldes in Höhe von 10.000 USD konnte sich das Projekt durch die Investition in Ausrüstung und Ausbildung maßgeblich weiterentwickeln.
Das ursprüngliche Ziel war, junge Behinderte aus Muisne in die Herstellung von handwerklichen Kunstobjekten auf Basis lokaler und kostengünstiger Materialien (Kokosnüsse, Kerne, Muscheln etc.) einzubeziehen.
Am Anfang beschäftigte die Werkstatt 15 Personen, hauptsächlich Behinderte. Dazu kommen Hausfrauen, die ein kleines Zusatzeinkommen suchen, denn die Werkstatt nimmt alle auf, die teilnehmen möchten. Die Werkstatt ist 3 Tage die Woche geöffnet und wird von ein oder zwei Ehrenamtlichen des Vereins beaufsichtigt, die den Teilnehmern das Handwerk beibringen.
> Creando Futuro hilft bei der Organisation, der Verwaltung, der Ausbildung und beim Verkauf des Schmucks. Einige Freiwillige vom Cuerpo de Paz, die sich dem Projekt angeschlossen haben, unterstützen es, indem sie Verkaufsmöglichkeiten in den USA anbieten.
Insgesamt bleiben die Verkaufserträge jedoch recht gering, und der Gewinn - wenn Gewinn gemacht wird - dient zunächst dazu, die Fixkosten zu decken, anschließend wird er unter den Arbeiter(innen) der Werkstatt aufgeteilt.
> 2011 wurde die Arbeit in der Werkstatt eingestellt. Einige Frauen haben jedoch den Wunsch geäußert, die Werkstatt wieder zu öffnen, und so wurde die Tätigkeit im Mai 2012 wieder aufgenommen (Herstellung von handgemachtem Schmuck und Gegenständen aus Kokosnüssen).
-Lakenwerkstatt:
Die Lakenwerkstatt ist ein Kleinstunternehmen, dessen Arbeit darin besteht, Stoffe zu kaufen und diese weiterzuverarbeiten.
Dieses Projekt wurde zunächst vom Cuerpo de Paz unterstützt, das den Kauf von Nähmaschinen und einem Grundbestand an Rohstoffen in Höhe von 2.000 USD finanziert hat. Creando Futuro war an der Ausbildung des Personals beteiligt und hat geholfen, Unterstützung für die Bewilligung des Projekt zu finden.
Die Werkstatt ist am Spätnachmittag und am Wochenende geöffnet. Die acht dort beschäftigten Hausfrauen sind entsprechend ihrer freien Zeit und je nach Anfrage für die Werkstatt tätig. Bisher haben sie noch nicht wirklich etwas verdient, denn die ersten Einnahmen wurden in den Kauf weiterer Ausrüstung investiert.
Es gibt ausreichend Absatzmöglichkeiten, aufgrund mangelnder Liquidität entwickelt sich die Produktion jedoch nur schleppend. Es wäre wichtig, die Grundstoffe in großen Mengen kaufen zu können, um entsprechende Rabatte zu erzielen und so die Gewinnspanne zu optimieren.
> 2011 wurde die Arbeit in der Werkstatt zunächst eingestellt, im April 2012 wurde das Projekt jedoch wieder aufgenommen. Die Produktion und Entwicklung der Produkte wurde nach Súa verlegt, wo nun 10 Hausfrauen arbeiten, während ihre Kinder im Hort „Nuevo Amanecer“ betreut werden. Die acht Frauen aus Muisne dagegen haben nun eine Vollzeitbeschäftigung und werden sich ganz auf den Verkauf der fertigen Ware konzentrieren können. Im Juli 2012 waren die Frauen und die Hortbetreuerinnen von Nuevo Amanecer noch in der Ausbildung, bevor sie mit der Produktion beginnen können.
Aktivitäten im Rahmen von SZ2:
Der Kinderhort Nuevo Amanecer in Súa: es handelt sich um ein CIBV (Centro del Buen Vivir - Ein Zentrum des Gemeinwohls). Das Projekt wird seit Februar 2012 vom INFA finanziert.
Betreuung und Verpflegung von 30 Kindern im Alter von 7 Monaten bis 4 Jahren, von 7.30 bis 16.30 Uhr. Das INFA finanziert das Gehalt der 4 Angestellten (eine Köchin und 3 Betreuerinnen, von denen jede 10 Kinder betreut) sowie die Verpflegungskosten. Creando Futuro finanziert den Kauf des Materials (Stühle, Tische, Geschirr...) und die Raummiete.
Die Mitglieder von Creando Futuro kümmern sich auch darum, die Eltern mit Hilfe von handwerklichen Workshops zu motivieren und auszubilden, oder sie über unterschiedliche Themen aufzuklären, wie zum Beispiel: Sexualität, Familie, Selbstbewusstsein... Sie versuchen ebenfalls, den Eltern, die in extremer Armut leben, bei der Umsetzung von kleinen Projekten zu helfen, um so die Armut zu senken. Die Organisation sieht insbesondere vor, einen Nähkurs im Hort zu organisieren, an dem sich die Hausfrauen beteiligen. Derzeit sind 10 Frauen von dieser Initiative betroffen.
-Nachhilfeunterricht, Muisne.
Nachhilfeunterricht für Kinder zwischen 6 und 11 Jahren. An Schultagen werden ab 14 Uhr drei Gruppen unterschiedlichen Niveaus angeboten. Jede Gruppe erhält eine Stunde Nachhilfe. Dieser Nachhilfeunterricht wird von zwei Mitgliedern von Creando Futuro geleitet.
Prävention, Sensibilisierung und Ausbildungsprogramme für die Eltern (siehe oben)
Die Aktionen des Vereins richten sich gefährdete Gruppen, deren Grundrechte nicht gewährleistet sind, insbesondere an Mütter und Hausfrauen, Kinder und Behinderte.
30 Kinder im Alter zwischen 7 Monaten und 4 Jahren werden im Hort „Nuevo Amanecer“ in Súa betreut, Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren erhalten Nachhilfe in Muisne.
10 Mütter und Hausfrauen nehmen an der Nähwerkstatt teil.