
Catamayo ist eines der ärmsten Kantone Ecuadors. Aufgrund seiner Grenzlage zu Peru, ist es Eingangspunkt für viele Einwanderer nach Ecuador, obwohl dieses nur geringe Berufsaussichten und eine niedrige landwirtschaftliche Produktivität bietet. Letzte ist das Ergebnis eines übermäßigen Gebrauchs an Chemikalien.
Beschränkter Zugang zu einer qualitativen Ausbildung, fehlende Infrastrukturen im Gesundheitswesen und eine breite Bevölkerung haben zu einer hohen Rate von Behinderten in der Bevölkerung von Catamayo geführt.
Sehr oft werden Kinder mit Behinderung als etwas angesehen, für das man sich schämen müsste. Vor der Gesellschaft versteckt und diskriminiert, werden sie als eine wirtschaftliche und soziale Last angesehen.
Um diesen Vorurteilen entgegen zugehen und um Familien bei ihrem Kampf für ein besseres Verständnis von Behinderung zu leiten, wurde 1997 ein Verein, bestehend aus Eltern von behinderten Kindern gegründet. Diese Eltern errichteten mit professioneller Hilfe von Fachleuten ein Lern-Zentrum, um ihre Kinder zu unterstützen und ihnen ein qualitative Versorgungsniveau zu ermöglichen. Die Einrichtung ist attraktiv, angenehm und in der Lage 25 Kinder aufzunehmen. Zugängliche Dienstleistungen enthalten erzieherische Aktivitäten und Spiele, Sprachtherapie und Mahlzeiten, die auf die körperliche Verfassung der einzelnen Personen abgestimmt sind.
Das Zentrum bildet lediglich den ersten unterstützenden Schritt, bevor das Kind oder der junge Erwachsene beginnt eine “traditionelle” Schule oder ein Trainingszentrum zu besuchen.
Der Verein hält an der Idee fest, dass jedes Kind lernen muss, um Fortschritte zu machen. Dabei ist die bestmögliche Betreuung, die den Kindern zu Gute kommen kann, die Erziehung. Der Schulbesuch verhindert ein frühzeitiges Ausschließen der Kinder und damit auch eine Verschlimmerung ihrer Behinderung, während einer Periode, in der jeder auf ein soziales und berufliches Leben im Erwachsenenalter vorbereitet wird.
Stigmatisierung bei der lokalen Bevölkerung ist immer noch ein großes Problem, aber die Eltern geben ihre Bemühungen nicht auf. Das Ziel ist, die Art und Weise, wie die Menschen Behinderung sehen und von ihr sprechen, zu ändern. So sollen Einzelne nicht länger nur durch ihre Behinderung definiert werden, sondern an Stelle dessen, soll es ihnen möglich sein, nach ihrem Verlangen und Willen hin, mit allen Menschen um sie herum zusammen zu leben.
Liebe und Freundschaft sind wichtige Werte für die Patienten des Psychologie- und Lernzentrums von Catamayo. Deshalb haben sie ihre täglichen Workshops während mehrerer Wochen gerne dem Thema des Valentinstags gewidmet.
In den Werkräumen wurden Schachteln und herzförmige Kissen angefertigt, die dann auf verschiedenen Märkten von Catamayo verkauft wurden.
Dank dieser kleinen Ressourcen war das Zentrum in der Lage, die Materialbestände aufzufüllen und weitere Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen des Zentrums zu entwickeln.
Zusätzlich zu dem wirtschaftlichen Aspekt hat diese Therapie vor allem ermöglicht, die Autonomie der Schüler zu entwickeln und familiäre und soziale Grenzen zu überwinden. Indem sie die Menschen des Bezirkes und der Stadt treffen, zeigen die Patienten, dass sie trotz ihrer Behinderung in der Lage sind, sich Aktivitäten auszudenken und zu organisieren.
Dank dieser Art von Aktionen, die der Verein versucht regelmäßig zu organisieren, hoffen das Personal und die Patienten des Zentrums, nach und nach die Einstellung der ecuadorianischen Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung verändern zu können.
Nach einem Monat Arbeit konnten am 18., 19. und 20. Dezember 2012 Schüler und Lehrer voller Stolz die eigens für die Weihnachtsfeierlichkeiten hergestellten Objekte in den Straßen Catamayos verkaufen. Die Workshops des Monats Dezember waren nämlich der Herstellung von Dekorationsartikeln aller Art gewidmet gewesen: Weihnachtskränze, mit Glocken und Tannen verzierte Fähnchen, Weihnachtsmannstiefel, diverse Kerzen und Glöckchen ... Die komplette Ausstattung, um dem Haus ein festliches Antlitz zu verleihen.
Am 23. Dezember ging es dann um die Organisation einer speziellen „Weihnachtstombola“. Zu den Preisen zählten u. a. geschmückte Körbe, Küchenutensilien und von den Kindern hergestellte Objekte. Die Begeisterung der Einwohner Catamayos hat die Erwartungen der Organisation weit übertroffen: Die 500 Lose verkauften sich wie geschnitten Brot! Die weihnachtliche Solidarität verbreitete sich über die ganze Stadt.
Am 24. Dezember schließlich kamen die Kinder der Schule sowie ihre Familien in den Genuss eines eigens von den Lehren ausgedachten Programms. Die sechzig anwesenden Personen konnten an verschiedenen Aktivitäten wie Sackhüpfen, Staffellauf oder einem Tanzwettbewerb teilnehmen.
Nachdem alle sich ausgetobt hatten, nahmen alle am Tisch Platz, um gemeinsam das Weihnachtsessen zu sich zu nehmen. Dann, am späten Nachmittag, nachdem sie die traditionelle Weihnachtstüte mit Geschenken und Süßigkeiten bekommen hatten, traten die Familien den Heimweg an, um den Rest des Festes im Familienkreis zu verbringen.
Eine Woche voller Ereignisse und Emotionen! Das gesamte Team ist nun bereit, um mit ebenso viel Energie ins Jahr 2013 zu starten!
Am Morgen des 4. April 2012 haben sich die Kinder und die Eltern – alle elegant gekleidet - an der Bushaltestelle von Catamayo versammelt, um den Verein in Loja zu vertreten. Die Einladung kam vom Vize-Präsidenten der Republik und von der CONADIS[1]. Zwei Stunden lang ist die Prozession durch die Straßen marschiert, bevor sie am Platz San Sebastian – immer noch „Place de la Libération“ genannt – angekommen ist.
Durch mehrere Reden hat das Sekretariat der Präsidentschaft die verschiedenen Initiativen für die Rechte der Behinderten präsentiert, die darauf abzielen, ihre Integration in die Gesellschaft zu verbessern. Ein musikalisches Zwischenspiel von Fausto Miño hat den Rhythmus der Ansprache bestimmt; das Publikum atmete mit den Noten des berühmtesten ecuadorianischen Sängers. Dann haben mehrere Ingenieure, die verantwortlich für die praktische Umsetzung der aufgenommenen Maßnahmen sind, das Wort ergriffen, um über den Fortgang des Projekts und die gegenwärtigen Bedürfnisse zu berichten, die weiterhin die Hilfe aller Behinderten-Institutionen erfordern. Zunächst ist betont worden, welche Handlungen heute benötigt sind, und wie sie eventuell ausgeführt werden könnten.
Das Treffen endete mit einem von den Vereinsmitgliedern angebotenem Snack für die Kinder und ihre Eltern.
Catamayo liegt eine Busstunde südlich von Loja, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Die Gründung folgte einer Studie aus dem Jahr 1996, die belegte, daß eine große Anzahl bedürftiger Kinder zuhause versteckt und hinter verschlossener Tür lebte.
Der Verein der Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen gründete dieses Zentrum 1997 in Catamayo, denn es gab dort keine geeigneten örtlichen Einrichtungen.
Die Initiative zur Gründung des Zentrums wurde anfangs von zwei Institutionen gefördert: Die Stadtverwaltung von Catamayo verlieh das benötigte Grundstück (welches ursprünglich für die Universität vorgesehen war, jedoch durch Aktionen des Elternvereins errungen wurde), und die Provinzverwaltung, die das Baumaterial beitrug.
Avenida Elise o Arias Carrion y Mercadillo
Catamayo(00 593 7) / (07) 2676 430
ceduespecialcatamayo@hotmail.com
Drei Lehrer unterrichten im sonderpädagogischen Zentrum Catamayos:
-Der Schuldirektor, als Regierungsbeamter tätig in Catamayo seit 2007, ist spezialisiert auf die sonderpädagogische Förderung und hat auf diesem Gebiet zahlreiche Erfahrungen gemacht ;
-Zwei weitere junge Lehrerinnen haben Qualifikationen im selben Bereich.
Die Rehabilitation und gesellschaftliche Reintegration von Kindern und Heranwachsenden mit besonderen Bedürfnissen (aufgrund von Behinderung oder sonderpädagogischem Förderungsbedarf) aus dem Umkreis von Catamayo.
Die Ermöglichung einer Chance für diese Kinder zu lernen, und als junge Erwachsene einen Beruf ausüben zu können.
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen erfordert Fachübergreifende Herangehensweisen: Schulische Ausbildung, Sonderpädagogik, Physiotherapie, Sprachtherapie, soziale und kulturelle Aktivitäten, Sport und Freizeit, Familienberatung und Gemeindearbeit.
-Schulunterricht und Maßnahmen( incl. Sprachtherapie und physische Rehabilitation) von 8.00-13.00 Uhr, Montag bis Freitag, September bis Juni
-Nachmittagsbetreuung für Kleinkinder
-Hausbesuche zwischen Juli und August, um Eltern zu ermutigen, ihre Kinder in der Schule des Zentrums anzumelden Organisation von Ausflügen:
-Wandertage, Schwimmen, Besichtigungen,etc.
-Veranstaltungen bei besonderen Anlässen: Muttertag, Tag des Kindes, Tag der Behinderung, Weihnachten,etc.
Zur Zeit nehmen 23 Kinder und Heranwachsende teil an Schulaktivitäten, Rehabilitationsmaßnahmen und Mittagessen.
Die Kinder sind im Allgemeinen im Alter von 4 bis 17 Jahren, einige jedoch sind älter als 30.
Sie alle kommen aus Catamayo und angrenzenden Gemeinden, und alle aus armen –teilweise extrem armen – Familien.